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Islam

Allgemeines

Das Wort „Islam“ bedeutet „Ergebung in den Willen Gottes“. Man soll sich Gott unterwerfen und nach seinem Gesetz leben, um wahren Seelenfrieden zu finden.

Im Islam gibt es mehrere Richtungen. Die zwei größten Gruppen sind die Sunniten und die Schiiten. Die Spaltung erfolgte nach dem Tod Mohammeds (632 n. Chr.), als man uneins darüber war, wer die Nachfolge des Glaubensgründers antreten sollte. Die Anhänger von Ali, dem Schwiegersohn Mohammeds, bildeten die Schia (Partei), ihre Gegner setzten sich für einen anderen Kalifen (Nachfolger) ein. Die Sunniten erkennen nicht an, dass das Oberhaupt stets aus der Familie des Propheten kommen soll. Der Kalif ist für sie in erster Linie ein politischer Führer der Glaubensgemeinschaft. Dagegen muss für die Schiiten der Kalif immer auch ein wirklicher religiöser Führer sein, ein Imam.

Es werden jedoch die gleichen religiösen Feste begangen, wobei die Zeremonien und Traditionen sich je nach Region unterscheiden. Wird bei den Festen gefeiert, hängt das nicht mit dem Islam als Religion zusammen, sondern hat sich aus der Tradition ergeben.

Islamisches Begräbnis

Der Tod

Wenn ein Muslim verstorben ist, sollte er innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Die Seele des Toten soll möglichst schnell zur Ruhe kommen. Dieses Gebot geht wohl auf die Zeit zurück, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden lebten und eine rasche Beerdigung aus hygienischen Gründen notwendig war.

Die Zeremonie

Zuerst wird der Leichnam gewaschen. Der Körper einer Frau wird von Frauen, der Körper eines Mannes von Männern gewaschen. Dabei muss der Intimbereich abgedeckt bleiben. Anschließend wird der Leichnam in weiße Tücher gewickelt und auf eine Bahre gelegt.

Der Imam spricht nach einem der fünf täglichen Gebete in der Moschee das Totengebet (türkisch „Cenaze namazi“), um für den Verstorbenen um Vergebung seiner Sünden zu bitten.

Der Leichnam wird mit den Füßen voran in Richtung Mekka gelegt und der Vorbeter stellt sich zum Kopf. Die Trauernden stehen seitlich, um den Blick des Toten nach Mekka nicht zu verstellen.

Danach wird der Leichnam auf der rechten Seite oder auf dem Rücken ins Grab gelegt, um dem Toten den Blick nach Mekka zu ermöglichen.

Frauen dürfen an der Zeremonie in der Moschee nicht teilnehmen; sie können vor der Zeremonie oder danach am Grab Abschied nehmen.

Vor allem in ländlichen Gebieten ist es Tradition, nach der Bestattung mit der Familie nach Hause zu gehen, um sie durch die schwere Zeit zu begleiten. Dabei wird aus dem Koran gelesen, gemeinsam gebetet und gegessen.